Gott stiftet Ehen

Gott stiftet Ehen

von Juana Herrling

Die Anfänge

Im Januar 2007 begann eine komplette Kehrtwende in meinem Leben. Ich entschied mich bewusst, mein Leben in allen Punkten auf Jesus auszurichten. Nach meiner Bekehrung im Jahre 2001 war viel passiert. Aber es gab so einige Punkte, bei denen ich Gott ausklammerte. Ich lebte beispielsweise noch immer in einer unehelichen Beziehung, aus der mein toller Sohn entstanden ist, und die zu diesem Zeitpunkt auf ihrem Tiefpunkt angelangt war. Und ich wusste weder vor noch zurück. Das einzige was ich wusste war, dass Jesus mich schon die ganze Zeit aufforderte, doch keine halben Sachen mit ihm zu machen, sondern mein ganzes Leben neu auf ihn zu werfen. Dies tat ich dann im Januar. Ich ging fest in einen neuen Hauskreis und begann mit Jesus mein altes Leben aufzuräumen.

Gott redet

Ende Januar sprach Jesus sehr deutlich mit mir. In einem inneren Bild stand ich vor einer riesigen Baustelle, wo große Bagger und Kräne dabei waren, mit einer Abrissbirne ein großes Gebäude einzureißen. Ich spürte die Gegenwart meines Herrn sehr stark körperlich. Er sprach: „Juana, ich werde Dein altes Leben so einreißen wie dieses Gebäude und alles alte, was ich nicht für Dein Leben eingeplant habe, entfernen. Und ich werde es komplett wieder errichten.“

Der Weg nach oben führt nach unten

Zwei Monate später wurde ich sehr krank. Ich musste ich für fast zwei Monate ins Krankenhaus. Aus einer standardmäßigen Blinddarmoperation wurde ein Kampf auf Leben und Tod. Nach der Operation stellte sich heraus, dass ich ein seltenes Krebsgeschwür in dem Blinddarm im Anfangsstadium hatte. Und ungefähr 5 Stunden nach der Operation entwickelte sich bei mir im gesamten Bauchraum eine lebensbedrohliche Entzündung. Ich wurde erneut operiert. Diese plötzliche Infektion war so stark, dass man mich für 6 Tage in ein künstliches Koma legte, weil mein Bauch für die täglichen Spülungen offen bleiben musste. Es sah sehr schlecht aus. Die Ärzte kämpften mit allen medizinischen Mitteln um mein Leben. Und in der Gemeinde kämpften meine Brüder und Schwestern im Geiste. In dieser Zeit beteten ungefähr 2000 Christen für mich. Es gab sogar einige die es von Gott aufs Herz gelegt bekamen für mich zu fasten.

Wie man jetzt lesen kann hat Gott den geistlichen Kampf gewonnen und den vielen Fürbittern werde ich mein Leben lang dankbar sein. Gott holte mich zurück und von April an veränderte sich mein Leben auf sehr drastische Weise. Ich verlor alles, was in Gottes Sicht nicht in mein neues Leben gehörte. Die Partnerschaft wurde auf dramatische Weise beendet. Ich verlor meine Wohnung und musste für einige Zeit bei einer guten Freundin mit meinem kleinen Sohn unterkommen.

Gott macht alles neu

Im Juni begann mein Neustart mit Jesus als Fundament. Er schenkte mir in einer ungeheuren Geschwindigkeit all das Verlorene neu wieder. Im Januar 2008 bat ich Jesus um einen Partner seiner Wahl. Ich hatte dank meiner Erfahrungen festgestellt, dass ich kein Händchen dabei hatte, den richtigen Partner auszuwählen. Ich sehnte mich nach einem christlichen Mann. Jemand, der Gottes Stimme hören, meinem Sohn ein guter Vater sein und der mit mir eine gemeinsame geistliche Berufung leben würde.

Gott stiftet (unsere) Ehe (Dialog mit Christian)

Und Gott erhörte mein Gebet. Ende Januar bekam ich eine Offenbarung in Form eines inneren Bildes. In diesem Bild war ein junger Mann aus meiner Gemeinde und Jesus sprach: „Juana, dies wird dein Mann werden, den ich für Dich ausgesucht habe. Er wird Dir ein liebevoller und treuer Ehemann sein. Und er wird ein guter Vater für Deinen Sohn werden. Er wird ihn als seinen eigenen Sohn annehmen.“

Wow. Ich war ziemlich überrascht. So deutlich hatte Jesus noch nie mit mir gesprochen. Ich entschied mich diesen Eindruck zu prüfen und wartete zwei Monate, bis ich ihn zum Essen bei mir einlud. Mein Eindruck wurde in dieser Zeit von drei Christen aus meiner Gemeinde bestätigt. Also schritt ich mutig voran. Ehrlich gesagt hatte ich mir vorgenommen nicht gleich beim ersten Treffen mit der Tür ins Haus zu fallen. Aber daraus wurde nichts.

Anmerkung von Christian: Schon die Einladung zum Essen war etwas spezieller. Juana rief mich an und eigentlich kannte ich sie fast gar nicht. Ich hatte nur ein halbes Jahr vorher einmal bei ihrem Umzug mitgeholfen. Nun ruft sie mich aus heiterem Himmel an und meint: „Hallo Christian, du konntest damals beim Umzug ja nicht zum Essen bleiben, deswegen wollte ich das nach holen und dich jetzt zum Essen einladen!“ Tja, das war schon etwas überraschend …

Juana: Ich bin ein typischer Bauchmensch und konfrontierte meinen vielleicht zukünftigen Ehemann mit den Worten: „Du, ich glaube, dass Gott meint, dass Du mein Mann wirst.“ Tja, nun war es raus. Mein Zukünftiger war ein wenig geschockt.

Christian: Also, direkt ist sie wirklich, meine liebe Frau. Ich bin da eher diplomatisch und vorsichtig. Aber reizvoll war es auch! Ich hatte schon jahrelang Gott um eine Frau gebeten, irgendwie war da aber nie die Richtige gewesen. Konnte Juana diejenige sein? Zum Glück war ich recht gut ausgebildet, was prophetische Worte betraf, sonst hätte mich das vermutlich doch unter Druck gesetzt. Also prüfte ich den Eindruck von Juana. Ich fragte Gott dazu und Er sagt, es wäre okay. Wenn ich mich für Juana entschiede, würde Er das segnen, wenn ich das aber nicht machen wolle, wäre es auch okay, auch das würde Er segnen. Ich sei frei, aber Gott stünde dahinter. Natürlich beriet ich mich auch noch mit anderen Leuten, vor allem meinem Pastor.

Juana: Er ging damit aber sehr weise um und prüfte mit Gott und unserem damaligen Pastor diese Angelegenheit. Es war ja nicht nur eine Frau, die er heiraten würde, sondern er würde ja auch noch Vater werden. Er spürte die Verantwortung schon sehr deutlich. Nach einer Woche Prüfung waren wir ein Paar. Nach vier weiteren Wochen waren wir verlobt und nach sieben Monaten waren wir verheiratet. So nach dem Motto verliebt, verliebt, verheiratet. Und das alles innerhalb eines Jahres.

Christian: Das ist natürlich jetzt sehr kurz erzählt. Die ganzen romantischen Details gehören eigentlich auch noch dazu. Der Heiratsantrag zum Beispiel: Morgens war ich bei Juanas Eltern und hielt um ihre Hand an, dann lud ich sie in den Schrebergarten einer Bekannten ein, wo ich schon alles mit Rosen und Rosenblättern, kühlen Getränken (es war ein sehr heißer Tag), meiner Gitarre, usw. vorbereitet hatte. Ich spielte ihr das Lied „Wenn ich dich sehe“ vor, welches ich für sie geschrieben hatte, kniete mich vor sie und bat sie, meine Frau zu werden. Sehr romantisch, sehr schön. Zwei Kleinigkeiten sind im Nachhinein echt lustig. Zum einen verbrachten wir die folgenden ein bis zwei Stunden ganz unromantisch damit, alle Bekannten mit Hilfe der sozialen Medien über das Ereignis zu informieren und zum anderen hatte ich am nächsten Tag eine Lehrprobe. Beim Frühstück auf meinem Lieblingssessel fand ich mich ganz plötzlich unter demselben vor – ich hatte einen Sonnenstich und musste die Lehrprobe absagen, der Tag vorher war wohl doch etwas zu viel gewesen J.

Juana: Rückwirkend können wir beide nach ca. zwei Jahren sagen, dass wir, je länger wir verheiratet sind, immer mehr zusammenwachsen und dass die Liebe zueinander immer fester und tiefer wird. Ich persönlich weiß jetzt, dass es ganz bestimmt einen Gott gibt, dass er redet – und zwar sehr deutlich, dass er Ehen stiftet und dass er aus einem komplett zerbrochenen Leben etwas Neues schaffen kann.

Christian: Nun sind sogar schon siebeneinhalb Jahre vergangen. Wenn wir jetzt zurück sehen, war nicht alles nur Friede Freude Eierkuchen. Wir sind durch einige Höhen und viele Tiefen gegangen. Ich glaube, man kann sagen, dass unsere Ehe sehr unter Beschuss war. Da waren Krankheiten, Krisen, Kämpfe – um nur ein paar Wörter mit „K“ einzuschmeißen. Aber Gott hat uns durch getragen, Er war die ganze Zeit für uns da und hat uns stärker gemacht, zusammen geschweißt und auch unsere Liebe verändert – keine rosaroten Brillen mehr, aber eine tiefe Gewissheit, dass unsere Liebe, die schon so vielen Stürmen standgehalten hat, durch trägt, weil sie uns von Gott geschenkt wurde.

Und du?

Vielleicht denkst du jetzt: „Mensch, so etwas würde ich auch gerne erleben. Macht Gott so etwas wirklich?“ Wir wollen dich ermutigen, halte Gott dein Herz hin und bitte Ihn, in deinem Leben das zu tun, was Er möchte. Er ist wirklich an dir interessiert!

Wir freuen uns über deine Kommentare. Sei gesegnet!

Juana und Christian

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