Vergebung – warum du das Messer aus der Wunde nehmen solltest

Der Angreifer war so gemein. Tief steckt das Messer in deinem Bein. Mann, tut das weh! Wie fies von ihm. Na warte, das bekommst du zurück! Und das Messer bleibt drin, die Genugtuung werde ich dir nicht geben, das Messer aus meinem Bein herauszuziehen, niemals!

So etwas könnte nie vorkommen, meinst Du? Niemand wäre so dumm, das Messer in seinem eigenen Bein stecken zu lassen? Wie viele innere Messer hast du in dir stecken? Wie viele Situationen fallen dir ein, in denen du von anderen verletzt wurdest und du kannst den Schmerz noch genauso wie damals fühlen, wenn du daran denkst? Das Messer steckt noch in der Wunde, Vergebung zieht es raus, sodass die Wunde heilen kann!

Erfolgreich leben – Ressourcen auf meinem Lebensweg

Ich hatte schon viele Höhen und Tiefen in meinem Leben. Das geht sicherlich den meisten Menschen so. Manche Menschen finden in den Schwierigkeiten ihres Lebens richtig gute Lösungen, von denen auch andere profitieren können, manche kommen einfach nicht voran, nichts scheint zu funktionieren.

Ich kenne beide Seiten. Ich bin aber sehr dankbar, dass Gott immer da war, außerdem meine Familie und gute Freunde. Und ich bin dankbar für gute Bücher und andere Hilfen auf meinem Lebensweg. Ich möchte gerne einige davon mit dir teilen.

Vergebung

Also, kennst du das auch, wenn Menschen dich richtig doll verletzt haben und schon die Erinnerung daran noch Jahre später schmerzt? Dieses Gefühl von: „Oh, das war so gemein! Wie konnte er/sie mir das nur antun?“ Wenn dann in der Bibel steht, dass wir anderen vergeben sollen, was sie uns angetan haben (z.B. im Vaterunser: „Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.“ Matthäus 6,12), dann fällt das manchmal ganz schön schwer. Vielleicht hast du auch schon echt schlimme Dinge erlebt und von anderen Christen gehört, dass du einfach vergeben sollst, dann wäre alles gut. Ich denke, wenn man Vergebung falsch versteht, muss einfach alles in einem rebellieren, sodass man nicht vergeben will.

Zwei Ebenen

Ich habe Vergebung erst richtig verstanden, als ich eine Predigt von John und Carol Arnott zu diesem Thema gehört habe. Die beiden haben ein großartiges Buch dazu geschrieben (John & Carol Arnott: Von der Wichtigkeit der Vergebung), welches es für 4,95 € bei Amazon gibt und das – wie die Amis sagen – „a million bucks“ wert ist!

Die beiden erklärten in der Predigt, dass es grundsätzlich zwei Ebenen gibt, auf denen man als Christ leben kann. Entweder lebt man auf der Ebene der Gerechtigkeit oder der Ebene der Gnade.

Die Ebene der Gerechtigkeit

Gerechtigkeit ist gut. Gott ist ein gerechter Gott. Wenn du mir etwas antust, musst du eine Strafe dafür kriegen, sonst ist das unfair. Wenn ich dein Auto beim Einparken demoliere, hast du einen Schaden davon. Gäbe es keine Gerechtigkeit, würdest du dafür keinen Ausgleich bekommen. Wenn im Alten Testament steht: „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ (2. Mose 21, 24), ist das nicht ein Ausdruck davon, dass Gott ein böser, rachgieriger Gott ist, sondern, dass Er gerecht ist.

Die Ebene der Gnade

Gerechtigkeit ist gut, aber Gnade ist besser. Gerechtigkeit sagt, dass alle Menschen im Vergleich zu Gott nicht punkten können und dass wir alle aufgrund unserer Sünde von Gott getrennt sind (vergleiche meine Königskind-Seite). Weil Jesus aber am Kreuz für unsere Sünde bezahlt hat, ist der Gerechtigkeit genüge getan und wir haben freien Zugang zu Gott. Die Vergebung Gottes hat den Weg frei gemacht, dass für uns nicht mehr Gerechtigkeit zählt (wir bekommen die gerechte Strafe für unsere Schuld), sondern Gnade (Gott betrachtet uns durch das Bild Seines Sohnes, wir sind in Seinen Augen genauso gerecht wie Jesus).

Welche Ebene ist dir lieber?

Auf der Ebene der Gerechtigkeit bekommen alle, was sie verdienen – du und die, die gegen dich gesündigt haben. Vergebung bringt dich auf die Ebene der Gnade, dort bekommen alle, was sie nicht verdient haben, sondern entsprechend dem, was Jesus für uns getan hat. Außerdem fließt Gottes Lebensstrom auf der Ebene der Gnade, dort ist der Raum für Zeichen und Wunder, für übernatürliche Heilungen, nicht auf der Ebene der Gerechtigkeit.

Was ist Vergebung?

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Als Petrus eines Tages mit diesem Thema zu tun hatte, fragte er Jesus danach:

Dann kam Petrus zu ihm und fragte: »Herr, wie oft soll ich jemandem vergeben, der mir Unrecht tut? Sieben Mal?« »Nein!«, antwortete Jesus, »siebzig mal sieben Mal! Deshalb kann man das Himmelreich mit einem König vergleichen, der beschlossen hatte, mit seinen Bediensteten, die von ihm Geld geliehen hatten, abzurechnen. Unter ihnen war auch einer, der ihm sehr viel Geld schuldete. Da er nicht bezahlen konnte, befahl der König das Folgende: Er, seine Frau, seine Kinder, und alles, was er besaß, sollte verkauft werden, um damit seine Schuld zu begleichen. Doch der Mann fiel vor ihm nieder und bat ihn: `Herr, hab doch Geduld mit mir, ich werde auch alles bezahlen.´ Da hatte der König Mitleid mit ihm, ließ ihn frei und erließ ihm seine Schulden. Doch sobald der Mann frei war, ging er zu einem anderen Diener, der ihm eine kleine Summe schuldete, packte ihn am Kragen und verlangte, dass er auf der Stelle alles bezahlen sollte. Der Diener fiel vor ihm nieder und bat ihn um einen kurzen Aufschub: `Hab doch Geduld mit mir, ich werde auch alles bezahlen.´ Doch der Mann war nicht bereit zu warten. Er ließ ihn verhaften und einsperren, so lange, bis dieser seine ganze Schuld bezahlt hätte. Als die anderen Diener das sahen, waren sie empört. Sie gingen zum König und erzählten ihm, was vorgefallen war. Da ließ der König den Mann rufen, dem er zuvor seine Schulden erlassen hatte, und sagte zu ihm: `Du herzloser Diener! Ich habe dir deine großen Schulden erlassen, weil du mich darum gebeten hast. Müsstest du da nicht auch mit diesem Diener Mitleid haben, so wie ich Mitleid mit dir hatte?´ Der König war so zornig, dass er den Mann ins Gefängnis werfen ließ, bis er seine Schulden bis auf den letzten Pfennig bezahlt hatte. Genauso wird mein Vater im Himmel mit euch verfahren, wenn ihr euch weigert, euren Brüdern und Schwestern zu vergeben.«

Matthäus 18,21

Hier können wir einige grundlegende Dinge bemerken. Zum Einen sollen wir immer wieder vergeben. Dann sollen wir gnädig sein und anderen gegenüber so handeln, wie Gott an uns handelt. Vergeben wir nicht, wird Gott uns auch nicht vergeben. Wichtig erscheint mir, hier festzuhalten, dass es nicht darum geht, wenn ich vergeben will, es aber einfach nicht hinzubekommen scheine. Nein, es geht um die Weigerung, zu vergeben, die Jesus hier anspricht.

Vergebung konkret

Hast du Punkte in deinem Leben, wo Menschen dich verletzt haben? Wo es noch weh tut? Wo du genau weißt, dass du nicht von Herzen vergeben hast? Oder gibt es Bereiche, in denen du dir selbst nicht vergeben kannst?
VergebungIch ermutige dich, halte Gott diese Bereiche hin, gerne auch gemeinsam mit einer anderen Person, die Gott kennt. Rede einfach mit ihm, sage ihm, wie sehr dich diese Dinge verletzt haben, bitte ihn um Hilfe, zu vergeben und loszulassen. Und dann sprich es aus, dass du vergibst, sei dabei so konkret wie möglich. Bitte Gott auch um Vergebung, wenn er dir zeigt, dass du selbst dabei auch schuldig geworden bist. Nimm die Vergebung Gottes an und bitte ihn dann um Heilung der Wunde. Sei entspannt, wenn der Schmerz nicht augenblicklich vergeht. Das ist bei einer körperlichen Wunde auch nicht sofort der Fall. Aber Gott ist treu und will dich mit diesem Prozess nicht fertigmachen, sondern freisetzen.

Nun du

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Sei gesegnet,

Christian

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