Prophetie Teil 2 – Grundbestandteile

Prophetie – Gottes Reiseproviant weitergeben, Teil 2

Einer nach dem anderen könnt ihr alle prophetisch reden. So lernen alle etwas und alle werden ermutigt. 1. Korinther 14,31

 

Das ist Teil 2 der Serie, hier geht es zu Teil 1.

Drei Grundbestandteile der Prophetie:

1. Übernatürliche Offenbarung

Eine Kenntnis oder Information ohne natürliches Hintergrundwissen. Frage dich: „Was hast du gesehen, gehört oder empfangen?“ Grob gesehen lässt sich dieser Bereich aufteilen in geistige, seelische und körperliche Eindrücke:

  • Eindrücke im Verstand und Geist sind „zufällige“ Gedanken, Geistesblitze, aber auch Visionen und Träume (biblische Beispiele: Apostelgeschichte 14,8-10; 4. Mose 12,6-8).
  • Körperliche Eindrücke können z.B. im Zusammenhang mit Heilungen auftreten (biblisches Beispiel: Lukas 8,45-46). Oft spüren prophetisch begabte Menschen den Schmerz von anderen in ihrem Körper und können daraufhin für andere um Heilung beten. Wir haben nicht nur fünf körperliche Sinne (Sehen, Hören, Riechen, Berühren, Schmecken), sondern auch fünf geistliche Sinne, durch die Gott zu uns reden möchte, z.B. das geistliche Sehen: Gott schenkt eine andere Sichtweise, die Augen interpretieren etwas im natürlichen Bereich Gesehenes geistlich (biblisches Beispiel: 2. Könige 2,15). Während wir etwas geistlich hören, schenkt Gott uns eine Offenbarung. Wir beurteilen nicht aufgrund der Stimmlage, etc. wie sich jemand fühlt, sondern erkennen es geistlich. Auch beim geistlichen Riechen, geistlichen Berühren und beim geistlichen Schmecken kommt Offenbarung durch den jeweiligen Sinn.
  • Seelische, bzw. emotionale Eindrücke: Empfindung von Schutz oder Gottes Freude über einer Person, Spüren von Schmerz, Scham, Kummer einer anderen Person (keine Angst vor Gefühlen: Gott ist der Schöpfer unserer Emotionen! Er wird Seine Schöpfung benutzen, um zu reden. Trotzdem kann die Interpretation dieser Gefühle durch eine ungeheilte Persönlichkeit verfälscht werden, deswegen ist es wichtig, persönlich zu reifen und Gottes geschriebenes Wort im Herzen zu bewahren und Gefühle danach zu beurteilen; vgl. Hebräer 4,12)
2. Die Interpretation

Die Interpretation ist das Verständnis, das uns Gott von der Offenbarung schenkt, also die Auslegung. Frage dich: „Was will Gott damit sagen?“ oder „Was bedeutet das?“ Gott spricht sehr oft in Wortspielen, Bildern, Rätseln (biblisches Beispiel Jeremia 1,11-12 [Mandelbaum: „schaqed“; wachen: schoqed]. Warum macht Gott das? Antworten finden sich in Jesaja 55,8; Sprüche 25,2; 1. Korinther 1,27; 4. Mose 12,6-8; Matthäus 13,10-16; 15,22-28. Es ist gut, Grundlegendes über biblische Symbolik zu wissen, aber der Schlüssel ist immer, Gott um die Auslegung zu bitten. Er will, dass wir Ihn verstehen und wer bittet, dem wird gegeben (Lukas 11,9; vgl. auch Johannes 14,26)!

3. Die Anwendung

Bei der Anwendung geht es um das Verständnis, wie die Offenbarung und die Auslegung umgesetzt und genutzt werden können. Frage: „Was machen wir damit?“ Diese Aufgabe ist zweigeteilt:

  • Wenn du eine Prophetie weitergibst, mache es demütig und im Wissen, dass du wie jeder andere Fehler machen kannst. Prüfe deine eigene Motivation, gerade wenn du Fehler in anderen siehst und insbesondere, wenn du sowieso etwas gegen die Person hast (dann solltest du auf jeden Fall Rücksprache mit einem erfahrenen Leiter halten). Willst du den Empfänger wirklich ermutigen oder trösten? Oder eher zeigen, wie toll du prophezeien kannst? Bitte Gott um ein reines Herz, um reine und gute Motive, aber dann gehe auch los und benutze deine Gaben!
  • Wenn du eine Prophetie empfängst, dann prüfe sie (stimmt sie überein mit Gottes Wesen? Widerspricht sie der Bibel?), frage andere um ihren Rat und nimm sie an, bzw. lehne sie ab. Triff keine großen Entscheidungen aufgrund von einem prophetischen Wort, sondern bitte um Bestätigung. Und besonders wichtig: hast du inneren Frieden über dem Wort? Wenn sich Verwirrung in deinem Herzen breit macht, kann es sein, dass die Offenbarung oder die Interpretation nicht von Gott ist. Eine gute Möglichkeit, wenn du dir unsicher bist, ist, das Wort erstmal „aufs Regal“ zu legen, vielleicht holt Gott es noch einmal hervor.

Gemeinsam kämpfen

Diese drei Grundbestandteile der Prophetie sind alle gleich wichtig. Wenn du einen Eindruck weitergibst, ohne dass du oder andere ihn auslegen können, nützt er unter Umständen wenig. Also bitte Gott immer um eine Auslegung. Wenn du allerdings keine erhältst, scheue dich nicht, deinen Eindruck trotzdem weiterzugeben. Oft wird ein anderer die Auslegung haben.

Prophetie ist eine mächtige Waffe, so wie ein Schwert in der Hand eines Soldaten eine Waffe ist. Gott will, dass wir diese geistlichen Waffen gebrauchen (denke an die Waffenrüstung in Epheser 6), aber wir müssen lernen, sie richtig zu gebrauchen und nicht ungeübt mit dem Schwert herumzufuchteln! Ein gutes Training legt Wert auf Ausgewogenheit. Das bedeutet einerseits Waffentraining – alle drei Grundbestandteile müssen trainiert werden: das Empfangen, Auslegen und Weitergeben. Und andererseits  bedeutet es Charaktertraining: ein unreifer Soldat ist eher eine Bedrohung für die eigenen Reihen.

Für die meisten Christen erfordert es vor allem Mut, die eigenen Gaben einzusetzen. Aber denke daran, wir alle brauchen Proviant. Deswegen habe keine Angst davor, Fehler zu machen:

Zitat

Wo keine Kühe sind, ist die Krippe rein, aber großer Ertrag kommt durch die Kraft des Rindes (Sprüche 14,4).

In Teil 3 geht es noch einmal spezifisch um das Prüfen, was machen wir, wenn wir ein prophetisches Wort erhalten?

Mein Buchtipp:

Steve Thompson: Alle können prophetisch reden © 2000 by MorningStar Publications and Ministries; deutsche Ausgabe © 2001 Schleife Verlag, CH-8411 Winterthur; Vertriebspartner D.A.CH.: Projektion J Verlag, D-Asslar.

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  1. Dörthe Homa 26. April 2016
  2. Pingback: Prophetie Teil 1 | gesegnetleben.de 29. April 2016

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